Die Wörter aus dieser Alliteration im Titel kommen nicht aus derselben Richtung, wie Kekse, Kuchen und Kakao. Sie haben aber ein gemeinsames Ziel: Entscheidungen bei ungleichen Meinungen zu erleichtern. Ich habe mir überlegt, wie Menschen überhaupt Entscheidungen treffen? Gut, beim Einkauf ist es leichter festzumachen - Preis, Nutzen, Aussehen, Funktion. Doch wie sieht es aus, wenn wir in einer Gruppe von mehr als zwei Leuten Entscheidungen treffen müssen, wo verschiedene Interessen aufeinander treffen? Diese spannende Frage, möchte ich anhand der Schlagworte Kooperation, Konflikt und Kompromiss auf die Spur kommen.
Kooperation
Wenn wir Entscheidungen als einen Boxkampf sehen, dann steht in der einen Ringecke die Aggression und der Herausforderer ist die Kooperation. Es gibt zwar in sozialpsychologischen Fragen nicht nur "Gewinner" oder "Verlierer", aber je nachdem welche Motive wir den anderen zuschreiben (unser Attributionsverhalten) kann dies unser Verhalten auch aggressiv werden lassen. Ich möchte mich allerdings nicht mit dieser Seite hier beschäftigen, denn jeder weiß wie destruktiv solches Verhalten ist und die wenigsten die diesen Text hier lesen, haben damit wohl offensichtlich Probleme. Kooperation stellt also schonmal die Basis für gesunde, wohlwollende Entscheidungen im 'Interesse aller' dar. Soweit so klar: Was zeigt die Erfahrung? Klappt das dann immer, durch kooperatives Verhalten die für sich und andere beste Entscheidung zu treffen? Ich denke jeder von uns kennt es, nicht immer können dadurch alle Interessen gewahrt werden und jemand muss zurückstecken. Bei Kooperation gibt es ebenfalls die Pole Eigeninteresse und Gruppeninteresse. Um hier nicht schon von vornherein in verfeindete Lager aufzuspalten, ist natürlich ein gefestigtes Selbst ein Kernelement. Wenn mein gegenüber merkt, ich verfolge nur Eigeninteresse und sehe seinen Standpunkt nicht, wird dieser kaum einlenken und die Spirale der Verhärtung geht los. Konflikt ist erstmal ein negativ konnotiertes Wort, aber manchmal braucht es einen 'gesunden' Konflikt, um an einer Aufgabe zu wachsen.
Konflikt
"Bei Konflikten kann es nur Verlierer geben" - das wäre volkstümlich wohl ein allgemeiner Glaube. Ich sehe aber erst im Konflikt die Saat, für gegenseitiges Verständnis und Standpunktübernahme. Die meisten Boxer tragen ihre Kämpfe auch nur im Ring aus, außerhalb sind sie Freunde oder zumindest nicht grundverschieden. Konflikt allerdings muss erlernt werden: Damit muss ich den anderen zu verstehen geben, was ich aus einer Situation selbst möchte (Eigeninteresse) und das ich ihren Standpunkt (Gruppeninteresse, Fremdinteresse) verstehe. Perspektivübernahme ist ein unglaublich starkes Werkzeug, erfordert aber ein gutes Reflexionsvermögen und Selbstbewusstsein. Wenn ich allerdings mein Interesse nicht preisgebe und stattdessen Handlungen vollziehe, die nicht konform mit meiner Einstellung gehen, vielleicht mit dem Grund den anderen implizit zu einer Reaktion zu überzeugen, werden alle verlieren. Nach dem Ursache-Wirkungsprinzip der Kommunikation ist es wichtig sich hier zu verstehen und die Entscheidung auf eine Metaebene zu heben, damit wir in einem Kompromiss alle gewinnen.
Kompromiss
Kompromiss sollte in meinen Augen nicht als notwendiges Übel angesehen werden, sondern Kompromissbereitschaft als edle Charaktereigenschaft. Natürlich kann man hier jetzt sagen, wenn Elon Musk oder Steve Jobs kompromissbereiter gewesen wären, hätten gewisse Entwicklungen nicht so einen Schub erfahren. Das ist natürlich abhängig vom jeweiligen Kontext, aber für alltägliche Situationen sind emphatische kompromissbereite Menschen meiner Meinung eher gefeit vor Enttäuschung. Unsere gesellschaftlichen Regelungen basieren auf dem Fundament des Konsenses und Kompromisses. Überlegt euch mal, es gäbe keine allgemein akzeptieren Übereinkünfte? Deshalb finde ich es wichtig, darüber nachzudenken, wie schön Kompromiss sein kann. Es muss nur gefühlt, beschlossen und danach gelebt werden. Nur so kann echte Gemeinschaft erfahren werden, ohne größtenteils alleine durch die Steppe ziehen zu müssen.
